vor der Kamera: das Musikerkollektiv LEUCHTWERK + 2 Tipps zu Kodak Filmen

Es ist 5:38 Uhr, ein Samstag wie jeder andere. Ich kann nicht mehr schlafen. Ich stehe wie gewohnt auf. Ein Blick durch die Fensterscheibe und ich weiß: es ist herbstlich frisch. Ich schlendere also noch im Halbschlaf zur Küche und schmeiße den Wasserkocher für den Filterkaffee an. Dann mache ich meine täglichen Sportübungen, lese die Verse in meinem Bibel Leseplan durch und putze danach meine Zähne. Dann dusche ich und ziehe mich an und fange mit dem Schreiben an. Nach etwa 3 Tassen Kaffee kommt mir dann meistens der Gedanke:  “Hätte ich doch nur ausgeschlafen!”

Aber ich bin auch froh so früh wach zu werden. In der morgendlichen Stille, während meine Frau und die Kinder noch schlafen, finde ich im Moment die nötige Inspiration für meine aufgestauten Worte, die ich schon lange schreiben wollte. So sitze ich nun auch wenigstens regelmäßig an meinem Blog und schreibe meine Gedanken für dich auf. Ich hab auch schon einige Ideen für weitere Blog Artikel und ab 2020 wird es sogar in gedruckter (jaaaa, Papier!) Form mehr von meinen Worten geben. Aber davon bald mehr hier im Blog.

Um was geht’s denn heute?

Heute will ich dir etwas über das Musikerkollektiv LEUCHTWERK erzählen. Eine Gruppe junger und dynamischer Menschen, die sich erst vor wenigen Wochen professionell aufgestellt haben, um das zu machen, was ihr Herz bewegt und ihre Seele berührt: Musik! Und was wäre dieser Blog, wenn es nicht auch irgendwie um das Thema Fotografie ginge. Natürlich schreibe ich dir auch etwas zu meinem mega coolen Fotoshooting mit diesen Musikern, warum ich Künstler vor der Kamera liebe und auch über die beiden analogen Filme, die ich verwendet habe: Kodak Portra 400 und Kodak TRI-X 400. Und selbstverständlich gebe ich dir auch zwei Tipps an die Hand, wie du diese beiden Filmtypen am besten belichtest, um ansprechende Ergebnisse zu erzielen.

Wer ist LEUCHTWERK?

Hinter diesem Kollektiv stecken: Jonathan, Silas, Christian, Helea, Jonny und Amadeus Jakob. Ich hab diese Gruppe von lieben Menschen nur zufällig Anfang des Jahres kennengelernt. Ich wurde von Jonathan gefragt, ob ich mir vorstellen könnte das diesjährige B.A.S.E. Event in Frankfurt fotografisch zu begleiten. Ehrlich gesagt kannte ich das bisher noch nicht.

Wer oder was ist also eigentlich B.A.S.E.?

background Check: B.A.S.E. Jugendgottestdienste

Die Abkürzung B.A.S.E. steht für: Begeistern, Aufatmen, Stärken, Erfrischen.

B.A.S.E. ist eine christlich überkonfessionelle Jugendgottesdienst-Veranstaltung, die sich mit zeitgemäßer  Musik und aktuellen christlichen Botschaften an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Die Organisation dahinter ist die christlich überkonfessionelle Kölner B.A.S.E. YOUTH MINISTRY, die sich als solid-BASE e.V. aufgestellt hat.

Sie sind ehrlich, fröhlich, direkt, leidenschaftlich und haben ein Herz für die junge Generation. Den Ursprung hatte B.A.S.E. 2007 in Köln, 2016 kam Frankfurt und 2017 Fulda hinzu.

Wie kannst du dir dieses Event am besten vorstellen? Sie sind alles andere als langweilig. Es wird gefeiert, gelacht, gesungen und gebetet. Es ist eher wie ein aktuelles Musikkonzert, mit professioneller Ton- und Lichtanlage, einem professionellen Musik Act, sowie einem christlich orientierten Input (früher sagte man Predigt dazu) in heutiger verständlicher Sprache. Diese Jugendgottesdienste sprechen junge Menschen an und erzählen authentisch über den Glauben an Jesus Christus, dem biblischen Evangelium und finden immer einen Bezug zu den heutigen Problemen im Alltag, die Jugendliche und junge Erwachsene nun mal haben. Das coole daran ist, dass B.A.S.E. überkonfessionell ist, d.h. dass man nicht nur auf die Muster “evangelisch” oder “katholisch” beschränkt wird. Es herrscht eine herzliche Atmosphäre voller offener Freundlichkeit und Akzeptanz. Selbst ich mit meinen Ü40 habe mich als Jugendlicher dort angenommen gefühlt.

Sie finanzieren sich ausschließlich über freiwillige Spenden und alle Teams helfen ehrenamtlich in ihrer Freizeit bei diesen Events mit. Und da ich die Idee grundsätzlich sehr gut finde, bin ich nun auch ehrenamtlich als Leiter des Foto/Video Teams in Frankfurt tätig und kümmere mich um die Themen Fotografie und Video zu diesen Events.

Mehr Infos zu B.A.S.E. findest du auf den folgenden Kanälen: Facebook, Instagram, Youtube und ihre Website.

Der nächste B.A.S.E. Jugendgottesdienst findet übrigens schon nächsten Samstag, den 16.11. ab 18:30 in Frankfurt, in der Peterskirche (besser bekannt als “Sankt Peter”), in der Stephanstraße 6, statt. Mehr Infos zum 16.11. gibt es hier in dieser Facebook Veranstaltung. Komm doch vorbei und sag mir kurz Hallo 🙂

Zurück zum Kollektiv: diese B.A.S.E. Events zeigen natürlich auch eine voll ausgestattete Band auf der Bühne. Und diese Band besteht in Frankfurt aus dem Musikerkollektiv LEUCHTWERK. Sie beschreiben sich selber mit den folgenden Worten:

Wir sind LEUCHTWERK, ein christliches Kollektiv von MusikerInnen. Wir sind BERUFEN, Gott anzubeten und unsere Kreativität mit euch zu teilen. Wir schreiben DEUTSCH, weil Gott in unserer Sprache zu den Herzen sprechen will. Wir lieben es zu FEIERN, weil Gottes Hoffnung in uns lebt. Wir sind Gottes WERK, geboren um zu LEUCHTEN.

Mehr Infos zu LEUCHTWERK findest du im Moment nur auf ihrem Instagram Kanal. Die Website und die weiteren Kanäle sind noch im Aufbau.

das Fotoshooting

Nachdem ich das erste B.A.S.E. Event fotografisch begleitet habe, kam Jonathan einige Wochen wieder auf mich zu und engagierte mich, um Bilder von der Band zu machen. Natürlich sagte ich zu und wir verbrachten dann zusammen einen ziemlich sympathischen Vormittag auf dem alten Flugplatz in Frankfurt. Das Ziel war, vornehmlich Content für ihre sozialen Medienkanäle zu produzieren und natürlich auch ganz viel Spaß dabei zu haben. Denn wie pflege ich immer zu sagen: wenn die Seele nicht lachen kann, ist die produktivste Arbeit für die Katz!

Aus fotografischer Sicht war der Tag grandios, denn wir haben zusammen viel gelacht und konnten nebenbei auch gute und teils auch tiefsinnige Gespräche führen. Das sind beste Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf beim Fotografieren. Denn bei Fotoshootings, bei dem du Menschen vor der Kamera hast, ist die Beziehung und Atmosphäre zwischen dir und deinem Protagonisten die Basis für gute Bilder. Das ganze technische Gedöns, das Licht, die Kamera, die Filme, wie man fotografiert, Verschlusszeiten, Blende, etc. sind zweitrangig. Ja ich hatte professionelles Equipment mit am Start und ja, ich kenne mich mit diesem Zeugs auch gut aus. Das ist auch wichtig. Aber vorneweg ist es entscheidend, ob die zwischenmenschliche Chemie stimmt.

Um es kurz zu machen: wir verstanden uns sehr gut. Ich liebe Künstler vor der Kamera. Sie sind authentischer als nicht-Künstler. Jedenfalls die, die ich bisher traf. Es war eine sehr schöne Zeit, denn diese Band hat es mir als Fotograf sehr leicht gemacht. Ich musste nicht viel mehr machen, als nur zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser zu drücken. Und das ist genau das, was sich ein Fotograf wünscht: ehrliche und authentische Emotionen mit den eigenen Bildern zu vermitteln. Ich glaube, das ist mir gerade mit den analogen Bildern gelungen.

die Kodak Filme

Apropos analog: an diesem Tag nutzte ich den Kodak Portra 400 und TRI-X 400 Film! Das klingt wie Musik in meinen Ohren. Sobald ich diese Filme irgendwo sehe, leuchten meine Augen. Wieso fragst du dich vielleicht? Zum einen, ich würde sagen, es gibt keine anderen Filme, die so gutmütig zum Fotografen sind, wie diese beiden. Gutmütig, da sie einen angenehm großen Belichtungsspielraum haben.

Zum anderen liebe ich die Farben, bzw. Kontraste und das angenehme Korn, die diese Filme produzieren können.

2 Tipps für diese Filme

Und um dir zwei hilfreiche Tipps für diese Filme mit an die Hand zu geben, muss ich gar nicht so weit ausholen. Nehmen wir mal an, du hast eine alte analoge Kamera, die auch einen integrierten Belichtungsmesser besitzt und nehmen wir weiter an, dass du diese Kamera auch bedienen kannst. Dann musst du im Prinzip nur noch den Film einlegen, den entsprechenden ISO Wert an der Kamera wählen und schon kannst du loslegen. Zwei Sachen gibt es da nur zu beachten:

  1.  die Belichtung des Films: im Fachjargon spricht man davon, den Film “korrekt” zu belichten. Kurz beschrieben sieht das folgendermaßen aus: achte beim Abdrücken vorher darauf, auf welchen Bereich im Bild du belichtest, d.h. welchen Bereich deines Bildausschnitts DU für die Auswahl der jeweiligen Verschlusszeit-, bzw. Blenden-Kombination für den ausgewählte ISO Wert auswählst. In der Regel nimmt man den ISO Wert, der auf dem Film drauf steht. (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber davon bald mehr hier im Blog.) Du solltest dir den Bereich aussuchen, der einen mittleren Grauton aufzeigt, also tendenziell eher die dunkleren Bereiche im Bild. Damit steigt dann die Wahrscheinlichkeit, dass du den Film eher mit mehr, als mit zu wenig Licht versorgst. Analoges Film(Negativ-) material benötigt einfach ausreichend Licht und leicht überbelichtetes Filmmaterial verzeiht mehr und sieht einfach besser aus, als zu stark unterbelichtete Ergebnisse.
  2. die Wahl des Filmlabors (falls du die Filme nicht selber entwickeln möchtest) Die sprichwörtlich billigste Möglichkeit ist der Weg in den Drogeriemarkt. Aber ich rate da meistens ab. Preislich sieht das zwar auf den ersten Blick attraktiv aus, aber aus eigener Erfahrung kann da auch oft was schief gehen. Angefangen davon, dass Filme verloren gehen können, da die Drogeriemärkte die Filme zentral in einem Großlabor in Fließbandarbeit verarbeiten lassen. Zum anderen ist die Qualität der Scans oft unterirdisch.Meine Empfehlung: es gibt zahlreiche professionelle Filmlabore in Deutschland, in denen man besser aufgehoben ist. Du kannst diesen Service auch bequem online und per Post in Anspruch nehmen. Die Preise sind im Vergleich zur gelieferten Qualität verhältnismäßig nur geringfügig höher als im Drogeriemarkt. Vor allem aber die digitalisierten Bilder sind um Welten qualitativ besser, als was man vom Drogeriemark Fließband erhält. Ich persönlich schicke meine Farbnegativ- und Schwarzweißfilme nach Hürtgenwald zu MeinFilmlab.de und meine Diafilme zukünftig nun zu NimmFilm.de nach Leipzig.

(Disclaimer: ich habe übrigens keine Vorteile, wenn ich die beiden Labore hier erwähne und empfehle. Sie wissen noch nicht mal, dass ich das tue.)

die analogen Bilder

Die Entwicklung, Digitalisierung, sowie die spezielle analoge Ausbelichtung der Bilder auf Papier habe ich wie eben erwähnt in Hürtgenwald bei MeinFilmlab.de durchführen lassen. Ich berichtete schon öfter über diese kleine, aber feine Unternehmen.

Die u.a. Bilder sind nur eine kleine Auswahl. Wenn ihr die volle sympathische Facette dieser Band sehen wollt, müsst ihr euch unbedingt die Slideshow anschauen. Einfach auf die Videodatei klicken und  rechts unten das viereckige Symbol für die Vollansicht auswählen.

Um den diesigen Lichtverhältnissen etwas entgegen zu kommen, habe ich bei der Belichtung des Kodak Portra Films darauf geachtet eine Blende überzubelichten und den Film dennoch auf ISO 400 entwickeln zu lassen. D.h. ich habe so getan, als ob das ein ISO 200 Film wäre. Das hat den Charme, die Farben nochmal einen Ticken zu entsättigen, die Detailzeichnungen in den Lichtern aber dennoch durchzuzeichnen und den Kontrast zu mildern. Das war meiner Meinung nach der einzige Weg, das Beste aus dem vorhandenen diesigen Licht und diesem Film herauszuholen.

Abschließend nun viel Spaß mit den Bildern. Schreib mir doch kurz, ob dir die Bilder gefallen und ob du auch schon analog fotografierst und vor allem, ob wir uns am 16.11. auf dem B.A.S.E. Event in Frankfurt sehen 🙂

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