meine neue analoge Mittelformat Kamera – Rolleiflex 6008 Professional

Wenn ich mal nicht auf der Strasse unterwegs bin, um Street Fotos zu schießen, kann ich auch mal Blumen oder einfach nur irgendwelche Motive im Sonnenlicht ganz gut ablichten….denke ich jedenfalls 🙄 Und genau das habe ich neulich getan, als ich meine neueste Anschaffung testen wollte: eine analoge Mittelformat Kamera, die Rolleiflex 6008 Professional mit einem Zeiss Planar 80mm f/2,8 PQ Objektiv und Lichtschachtsucher. Die erste Filmrolle, die man mit einer neuen Kamera belichtet, sollte auch schon etwas besonderes sein. So hab ich mich für den Kodak Portra entschieden. Es war einmal der Kodak Portra 400 und der 160. Eine excellente Wahl übrigens, wie ich finde 😉

Aber was die Kamera angeht, ich will gar nicht auf all die feinen technischen Details dieses kleinen Wunderwerks eingehen. Die Rolleiflex 6008 professional wurde übrigens zwischen 1988 und 1992 produziert. Da sind sooooo viele tolle und praktischen  Features verbaut. Zum Beispiel gibt es neben der Blendenautomatik und der manuellen Nachführmessung auch zusätzlich die Zeitautomatik, sowie eine Programmautomatik. Und bei der Belichtungsmessung hat man damals auch nicht gespart. Neben meinem Liebling, der Spotmessung (1 %), gibt es auch eine mittenbetonte Mehrzonenmessung, sowie die Multispotmessung. Als wirklich sehr angenehm und hell empfinde ich auch die verbaute Gittermattscheibe mit Schnittbild und Mikroraster. Und das absolute Highlight ist meiner Meinung nach der seitlich angebrachte Handgriff. Dieser macht die Handhabung unglaublich angenehm. Ich könnte und wollte auch nicht mehr diese Kamera ohne Handgriff benutzen.

Aber einen gravierenden Nachteil gibt es natürlich bei dieser Kamera. Ohne Akku geht gar nichts. Und diese sind auf dem Gebrauchtmarkt sehr selten anzufinden und falls mal ein Akku angeboten wird, fallen fast schon utopische Preise dafür an. Aber es gibt eine alternative Lösung. Falls ihr schon einen Akku besitzt, könnt ihr für relativ kleines Geld die enthaltenen Akkuzellen (1300mAh / 12,48Wh – Ni-MH)  erneuern lassen. Ein Anbieter, bei dem ich meine Zellen habe erneuern lassen findet ihr bei akkuplus.de Dort kostet der Austausch, incl. einer zweijährigen Funktionsgarantie nur 38,48 EUR.

Es gibt natürlich noch viel mehr technische Details, über die ich hier schreiben könnte. Aber das können andere Seiten viel besser als ich. So z.B. diese hier: sw-fotowettbewerb.de

Dort findet ihr eine sehr gute Beschreibung der Rolleiflex Kameras, angefangen von der Rolleiflex SLX (Bj. 1976 bis 1978), bis hin zur Rolleiflex 6008 AF (Bj. ab 2002). Alle wichtigen technischen Details, sowie eine Vergleichstabelle der einzelnen Modelle kann man zusammengefasst dort nachlesen. Die Seite ist eine echte Empfehlung, wenn ihr über eine Rolleiflex 6xxx oder SLX nachdenkt.

Aber damit dieser Artikel nicht ganz sinnlos erscheint, zeige ich euch wenigstens einige der Bilder, die man mit so einer Kamera machen kann. Entwickelt und digitalisiert wurde der Film wie gewohnt in Hürtgenwald, bei den Profis von  MeinFilmLab.de

Was meint ihr? Könntet ihr euch vorstellen, so eine Kamera zu kaufen und Bilder damit zu machen? Und welche Mittelformat Kamera besitzt du?

Und nun wünsche ich euch viel Spass beim Betrachten der Bilder.

5 Kommentare

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Hallo Ivan, Glückwunsch zu dieser schönen Kamera! Du hast Dir zwar einige Mühe gegeben, Deine Leser dieses Beitrags wegzuschicken, aber wenn man trotzdem zu Ende liest, wird man mit schönen Bildern belohnt. Das analoge Mittelformat ist ein großartiges Gebiet, aber wie kann man als Profi analog fotografieren? Ich halte schon als (geübter) Kleinbild-Amateur die Unsicherheit kaum aus, ob die Bilder was geworden sind. Wie fühlt sich das dann an, wenn auch noch der Druck dazukommt, dass das Shooting wegen des Kunden gelungen sein muss? Viele Grüße und vielen Dank für die interessanten Beiträge hier im Blog, Stefan

Ein ganz schönes Biest hat Du da! Wie schwer ist das Teil? Ich mache gerade meine ersten Mittelformatschritte mit einer Yashica Mat 124 – so ein Lichtschachtsucher ist genial! Die ganze Welt ist auf einmal so 3D 🙂
Ich könnte die ganze Zeit durch den Sucher guckend durch die Gegend laufen.
Viele Grüße und weiter so mit dem schönen Blog
Jörg

Willkommen im Club! Besitze seit 3 Jahren eine 6008 integral mit Prisma und inzwischen 3 Objektiven (50-80-150mm) mit 3 Akkupacks die alle frisch auf NiMH-Zellen umgerüstet sind,der reinste Genuss, mit dem System zu arbeiten!
Hendrik

Deinen Bericht habe ich mit Interesse gelesen. Ich wollte preiswert an das Abenteuer Mittelformat rangehen und habe mir vor einiger Zeit eine KIEV 88 gekauft. Eine gewichtige alte russische Lady mit vielen Mucken – manches klemmt, Lichteinfall usw. Es wäre schon schön etwas “überraschungsfreier” zu fotografieren, darum ist die Anschaffung so einer Rolleiflex schon zu überlegen. Jedenfalls vielen Dank für den Tipp!
Gruß Volker

Hallo Volker, schön zu lesen, dass dich mein Artikel inspiriert hat. Das Rolleiflex System ist mE ideal, wenn es um “überraschungsfreie” Fotografie auf technisch hohem Niveau geht. Kann dich dazu nur ermutigen. Aber sei mit dem Gehäuse nicht zu geizig. Ein gut gepflegtes und gewartetes System ist seinen Preis wert. Denn der Nachteil einer solchen Elektronik Maschine ist, dass diese auch Defekte haben kann und wenn du der Quelle, von der du die Kamera kaufen würdest, nicht 100%ig vertraust, würde ich eher auf Nummer sicher gehen. Das nur am Rande. Aber die Kiev88 hat natürlich auch ihren ganz eigenen Charme. Ich wünsch dir weiterhin viel Spaß damit. Ach ja, dein Foto aus “Vielleicht das Foto meines Lebens” finde ich persönlich grandios! Es gefällt mir ausgesprochen gut, weil es sowohl eine Geschichte erzählt, als auch Raum für Interpretationen lässt.
VG, Ivan

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