mein 2018 Rückblick

Ursprünglich wollte ich ja folgendes als Titel für diesen Artikel verwenden: “meine 2018 Retrospektive“. Das hätte total schlau und tiefsinnig gewirkt 🙄 aber wer kann sich schon so einen Zungenbrecher merken. Außerdem klingt Rückblick doch viel schöner, da einfacher. Und genau das mache ich heute: ich schaue einfach zurück auf das Jahr 2018 und erzähle von acht Highlights. 2018 war für mich nämlich das bisher schönste und erfolgreichste Jahr in der Geschichte meines fotografischen Daseins. Es gab zwar noch viel mehr, aber die Zahl acht ist überschaubarer als 32 😉 Und Nein, ich bin nicht reich geworden. Mit der Finanz-Brille betrachtet kann ich euch sagen, dass ich keine Einnahmen hatte, sondern tatsächlich nur Ausgaben. Aber es gab eben doch einige nicht-materiellen Ziele die ich erreicht habe. Wenn ich in einem Wort beschreiben müsste wie ich 2018 sehe, ich würde “dankbar” sagen. Ich bin dankbar für all das was passiert ist.

Wo fange ich nur an… Ich glaube, ich zähle einfach mal nicht-chronologisch auf, was mir einfällt:

#1 – Collateral Eyes Streetfotografie Kollektiv

Habe ich euch eigentlich schon mal von unserem Streetfotografie Kollektiv “Collateral Eyes” erzählt?! Nein?! Oh je, das muss ich nachholen. Also… “Es passierte im Herbst 2015! Sechs Männer und eine Vision!” So würde unsere Geschichte anfangen, wäre sie ein Buch. Nur wie fing das Ganze tatsächlich an? Ich habe damals einen Workshop bei Thomas Leuthard in Frankfurt besucht (ich berichtete). Einer der Teilnehmer – Frank Meffert – war glücklicherweise so stark vom Workshop motiviert, dass er die Idee des Kollektivs im Kopf hatte und weiterentwickelte. Ich bin heute immer noch MEGA dankbar und fühle mich sehr geehrt, dass er mich auch gefragt hat, ob ich nicht Lust darauf hätte mit ihm und einigen anderen Fotografen so ein Kollektiv zu starten. Anfangs wussten wir noch gar nicht, was wir genau machen wollten. Es waren zuerst nur sog. Street Photowalks, also fotografische Rundgänge mit einer Gruppe von Fotografen durch Frankfurt mit der Zielrichtung Streetfotografie zu betreiben, die wir mit Hilfe unserer Facebook Gruppe “Street Photography Frankfurt” organisierten. Aber nach und nach entwickelten wir weitere Ideen, fanden unseren Namen, schmiedeten Pläne, formten unseren Webaufritt, organisierten weitere Treffen, fuhren auch zusammen über ein Wochenende nach Paris zum Fotografieren oder auch zur Photokina nach Köln und haben auch ziemlich coole Ideen für das Jahr 2019 zusammengetragen.

Die Gründung des Kollektivs und die damit verbundene Projektarbeit, aber vor allem auch die persönlichen Freundschaften zu den anderen Fotografen aus unserem Kollektiv, die kleinen Unterhaltungen, Chats oder auch Treffen in diesem Jahr, unser Paris Ausflug in 2017, der Photokina Abstecher nach Köln in 2018 und unsere Pläne für 2019, all das zählt zu meinem persönlichen Top Highlight zusammengefasst in diesem Jahr. Vor allem ein möglicher Zuwachs des Kollektivs freut mich sehr, aber dazu an anderer Stelle bald mehr.

Es macht einfach richtig Spass mit diesen Jungs an einer gemeinsamen Idee zu arbeiten. Unser Kollektiv Collateral Eyes besteht übrigens neben mir noch aus folgenden tollen Menschen: Achim Katzberg, Tobias Löhr, Lukas MerzFonzius Maximus und Frank Meffert.

Aber was genau wollen wir eigentlich? – Ich glaube, wir sind uns alle 6 einig, dass wir in erster Linie zusammen mit unserem Thema “Streetfotografie” einfach nur mächtig viel Spass haben wollen. Doch darüber hinaus möchten wir gerne im Rhein/Main Gebiet ein erster Ansprechpartner für diesen Bereich der Fotografie sein und Fotografen auch zusammenbringen. Die Streetfotografie ist hierzulande noch nicht so bekannt und ich denke, wir haben genug Talent und Potential in unserer Gruppe, um nicht nur Fragen beantworten oder Bilder besprechen zu können, sondern auch interessierte Fotografen in diesem komplexen Bereich der Fotografie herumzuführen. 

Mehr über unser Kollektiv findet ihr auf unserer Website www.collateraleyes.com, unserem Instagram Account @collateraleyes oder auch auf unserer Facebook Fanpage CollateralEyes. Und auf den Seiten 34-51 des EyePhoto Magazins, Ausgabe Nr. 11 findet ihr auch eine Artikel über uns mit zahlreichen Bildern. 

#2 – mein erster (analoger) Steetfotografie Workshop

Mitte des Jahres, kurz nach meiner Ausstellung in Nürnberg, bekam ich eine Mail von der photoklassik-akademie.de mit der Frage, ob ich mir  vorstellen könnte einen Workshop über analoge Streetfotografie in Frankfurt zu halten – ich berichtete. Im Rückblick kann ich nur sagen, dass ich es nicht bereut habe und mich Riesig auf eine weitere Koorperation mit der Photoklassik Akademie in 2019 freue. Stay tuned, Termine und mehr Inhalt folgen bald. 

#3 – Photoklassik International

Speaking of Photoklassik. Meine erste Publikation in einem gedruckten Magazin war für sich genommen schon etwas besonderes. Aber die Tatsache, dass es sich um ein Magazin im Bereich der analogen Fotografie handelt, macht das Ganze noch ein Stückchen wertvoller für mich. In der Photoklassik International findet ihr auf den Seiten 90 und 91 Bilder von mir. Mehr Hintergründe zu dem Magazin, wie es entstand  und was ich damit zu tun hatte, findet ihr in DIESEM Artikel von mir.

#4 – meine erste eigene Ausstellung

Welcher Fotograf träumt nicht davon, auch mal seine eigenen Bilder in einer eigenen Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsenieren?! Mitte des Jahres hatte ich diese einmalige Gelegenheit und durfte innerhalb der Gruppenausstellung #141analog in Nürnberg Bilder zeigen. Meine erste eigene Ausstellung! Ich bin immer noch MEGA dankbar dafür, dass Daniela Benzin, die diese Idee initial hatte, das Projekt www.141analog.de so vorbildlich weiterverfolgte und Fotografen aus dem ganzen Land zusammenbrachte, die nicht nur eine gute Zeit in Nürnberg hatten, sondern auch wirklich sehr gut miteinander harmonierten. Vielleicht erinnert ihr euch, ich berichtete in DIESEM Artikel darüber. Sowohl in der monatelangen Vorbereitungszeit, als auch während des Ausstellungswochenendes passte alles perfekt zusammen. Ich habe sehr viel gelernt und die Erfahrung aus diesem Projekt hilft mir nun auch für die Ausstellungen, die ich in 2019 plane. Vorab schon mal ein Datum. Am 06.04.2019 findet in 95100 Selb eine Kunstnacht statt, in der ich ähnlich wie in Nürnberg mit weiteren Fotografen meine Bilder zeige. Und grob anvisiert wird es Ende 2019 eine weitere Ausstellung mit unserem Kollektiv in Frankfurt/M. geben. Aber dazu bald mehr, sobald die Räumlichkeiten bestätigt sind. 

© Thomas Böttcher
© Thomas Böttcher

#5 – das MeinFilmLab.de Sommerfest 3.0

Im idyllischen Örtchen Hürtgenwald fand dieses Jahr das MeinFilmLab Sommerfest 3.0 statt. Und ich durfte mit dabei sein. 2017 war ich das erste Mal auf dem MeinFilmLab Sommerfest und habe da auch schon ein wenig berichten können, was mich so bewegt. Das war damals das Thema Cinestill 800 Film und wie man diesen Film richtig belichtet. Ich habe übrigens auch mal einen Gastartikel für das Filmlab HIER an dieser Stelle verfasst. Doch in 2018 beschäftigte mich zunehmend die Straßenfotografie. Daher habe ich mich entschieden, etwas über meine Straßenfotografie zu erzählen, einige meiner Bilder zu zeigen und natürlich auch von unserem neuen Kollektiv zu berichten. Meinen Rückblick zu dem MFL Sommerfest 3.0 findet ihr in DIESEM Artikel.

#6 – Photokina 2018

Im Grunde mag ich diese Messe nicht mehr. Das Trara, Blink Blink und der Rummel um Fotoequiment ist definitiv überbewertet und wird zunehmend nerviger. Aber was ich liebe sind die Beziehungen und Freundschaften zu den Menschen hinter der Fotografie. Daher war der Besuch der Photokina in diesem Jahr dennoch ein Highlight für mich und vor allem für meine Zeiss Ikon ZM. Sie wurde nämlich von den finnischen Jungs von camerarescue.org sprichwörtlich live auf der Photokina gerettet. Was da genau passiert ist, könnt ihr hier in dem Artikel: “What we experienced at #photokina18” nachlesen.

#7 – meine Enttäuschung mit dem Kodak Ektachrome Betatest 

Es gab in diesem Jahr nicht nur positives, sondern auch eine große Enttäuschung für mich. Aber da ich grundsätzlich konstruktiv mit solchen Erfahrungen umgehe, zähle ich das folgende auch zu meinen Highlights, denn man lernt bekanntlich nie aus.

Um was geht es? – Kodak kündigte im Januar 2017 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas groß an, dass der Kult-Positiv-Farbfilm Ektachrome E100 “bald” wieder auf den Markt kommt. Nun ist es mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass genau dieser Film mit neu entwickelter Emulsion seit der Photokina 2018 tatsächlich wieder auf den Markt gekommen ist. Soweit erst mal kurz zum Hintergrund der Story.

Einige Wochen vor der Veröffentlichung des Films tauchte in den sozialen Medien der Hashtag #EktachromeBetatest auf. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich MEGA neugierig darauf war, was sich da grad entwickelte, denn es wurden tatsächlich Bilder die MIT diesem neuen Diafilm geschossen wurden im Netz gezeigt. Daher habe ich die deutsche Marketing Firma die für Kodak Alaris tätig ist angeschrieben und gefragt, was ich tun muss, um in dieses Betatest Programm aufgenommen zu werden. Um es kurz zu machen, ich bin tatsächlich aufgenommen worden, der Kontakt zu Kodak Alaris in England wurde hergestellt und ich bekam 8 frische Rollen des neuen Ektachrome E100 Films zugeschickt. Allein diese Tatsache, dass ich diese Filmrollen in den Händen halten durfte, war für mich ein echtes Highlight.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, Kodak hatte den Plan diesen Film zur Photokina herauszubringen und wollte mit den Bildern aus dem Betatest auch Werbung machen. Man hatte ausgewählte Bilder im großen gedruckten Format auf der Messe präsentiert und meine Bilder hätten theoretisch auch dafür potential gehabt. Wäre da dieser blöde Konjunktiv nicht gewesen.

Denn vom Zeitpunkt an, als ich die Bilder per Post erhalten habe (ich befand mich da zufällig in Hamburg), bis zu dem Abgabetermin hatte ich gerade mal drei Tage Zeit. Drei Tage, um 8 Rollen zu belichten, entwickeln und digitalisieren zu lassen und nach England zu schicken. Ich habe dann  letztendlich nach zwei Tagen, knapp 30 gelaufenen Kilometern und mächtigen Rückenschmerzen 7 Rollen belichten können. Nun musste nur noch ein Filmlabor her. Jetzt muss man wissen, dass ich mich in Hamburg nicht sonderlich auskenne, aber dennoch das große Glück hatte ein Filmlabor zu finden, dass einen Express Service anbot. Die Entwicklung und die Digitalisierung erfolgte daher in Hamburg und tatsächlich an einem einzigen Tag.

Ich lieferte die gescannten Bilder an Kodak aus, aber das Fazit war leider nicht sehr positiv. Denn die Scans hatten alle einen unnatürlichen Cyan Stich und waren damit für Kodak leider nicht brauchbar, daher war der Traum meiner kleinen Photokina Ausstellung leider geplatzt.

Der Grund des Cyan Farbstichs lag vermutlich am nicht sauber überprüften Farbprofil des Scanners. Das kann wohl manchmal passieren und ich hätte diesen Umstand auch beim Labor in Hamburg reklamieren können. Aber da der Termin für die Photokina abgelaufen und mir die Distanz zwischen Frankfurt und Hamburg einfach zu groß war, ließ ich es einfach darauf beruhen. Die Dias besitze ich ja noch und nach und nach werde ich diese für mich alleine digitalisieren und vielleicht auch mal zeigen oder damit einen Diaabend bei mir daheim gestalten.

Im nachhinein kann ich nur sagen, dass diese Erfahrung dennoch wertvoll für mich war. Leider hatte ich nicht ausreichend Zeit die belichteten Rollen zu dem Filmlabor meines Vertrauens – zu MeinFilmLab.de  nach Hürtgenwald zu schicken. Dieser Umstand erwies sich im Nachhinein eben  als das entscheidende Zünglein an der Waage. Hätte ich nur eine Woche mehr Zeit gehabt, hätten meine Bilder wohl auf der Photokina auch am Kodak Stand an der Wand gehongen.

Und die Moral von der Geschicht? Bei kritischen Arbeiten, bei der die Qualität des Ergebnisses auf den Punkt stimmen muss, mache ich es entweder selber oder ich bleibe bei dem Filmlabor meines Vertrauens.

#8 – analoge Fotografie

Das Beste kommt natürlich zum Schluss. Denn das Jahr 2018 erwies sich für mich als ein rein analoges Jahr und die Tendenz Richtung analog zeichnet sich immer mehr ab. Denn wenn ich die Summe der digital produzierten Bilder mit den analog entstandenen vergleiche, gewinnt eindeutig die analoge Fotografie. Meine kleine Ricoh GR Knipse habe ich daher verkauft und von nun an bin auf der Strasse tatsächlich und ausschließlich mit meiner analogen Messsucherkamera unterwegs. Der Ausbau meines Kellers zu einem kleinen Filmlabor schreitet voran und die damit verbundene Perspektive fühlt sich richtig, richtig gut an. Es mag sich seltsam anhören, aber das alles ist für mich ein sehr befreiendes Gefühl. Deshalb zählt diese Entwicklung auch zu meinen Top 8 Highlights des Jahres. Die Gründe, weshalb ich die analoge Fotografie mittlerweile so sehr schätze und wieso genau das ein befreiendes Gefühl für mich ist, könnt ihr wenn ihr wollt übrigens hier in dem Artikel “how filmphotography saved my life” nachlesen. 

Nachwort

Zusammengefasst war das mein fotografisches Jahr 2018. Es gab natürlich noch mehr Ereignisse und es liefen mir selbstverständlich noch weitere Menschen über den Weg, die mich inspirierten und hier hätten erwähnt werden müssen. Alleine die netten und hilfreichen Begegnungen in den sozialen Medien könnten Bände füllen. Oder z.B. auch der unerwartete Besuch von dem kölner  Soul of Street Kollektiv zu unserem letzten StreetPhotowalk am 01. Dezember in Frankfurt, der mich sehr gefreut hat. Oder der spontane Besuch von Gerald, der uns damit das Nürnberger Streetfotografie Kollektiv “Nürnberg_unposed” näher brachte. Ich bin wirklich dankbar über jeden Menschen, mit dem ich in diesem Jahr zu tun hatte. Jeder kleinste Moment zählt und für mich ist nichts selbstverständlich.

Ich wünsche allen Lesern einen guten und gesunden Start ins neue Jahr 2019! Feiert kräftig die besonderen Momente in eurem Leben und genießt die besonderen Menschen in eurem Leben. Und berichtet doch mal, was eure Highlights in diesem Jahr waren. Ich freue mich über jeden Kommentar 🙂

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