ein journalistisches Projekt zum Thema Analogfotografie

Die Zeit rennt so unglaublich schnell. Wir sind mittlerweile im Jahr  2021 angekommen und das letzte Jahr hat sich auf meinem Blog nicht viel getan. Ich habe pausiert und mir tatsächlich eine Auszeit von allen Freizeitaktivitäten genommen. Sowohl die sozialen Medien, meine fotografischen Aktivitäten, als auch meinen Blog habe ich aufgrund einer persönlichen Krise kurzerhand in einen Winterschlaf versetzt. Ob ich mal einen persönlichen Artikel darüber schreiben werde, weiß ich noch nicht. Aber was ich im Moment mache ist wenigstens etwas älteres Material aufarbeiten und hier zeigen. Ähnlich wie ich das mit den letzten Artikeln getan habe, die im Prinzip auch nur aufgewärmt waren.

Heute will ich dir von einem persönlichen Highlight aus dem Jahr 2019 erzählen und auch ein Video zeigen, in dem ich zu sehen bin. Es geht um eine Masterarbeit, um analoge Fotografie und ein bisschen auch um Vinyl Schallplatten. Ich werde in dem Video auch persönlich über mich erzählen und was mich dazu bewegt auch heute immer noch analog zu fotografieren.

Intro

Im Sommer 2019 entdeckte ich in der Facebook Gruppen “die analoge Fotografie” einen Beitrag von einem jungen Studenten aus Mainz, der Fotografen aus Frankfurt und der näheren Umgebung suchte, die noch analog fotografieren. Ich meine mich zu erinnern, dass das Thema “Streetfotografie” auch in einem Nebensatz fiel. Natürlich meldete ich mich, da ich mich bei den Wörtern “Frankfurt”, “analoge Fotografie” und “Streetfotografie” fast schon persönlich angesprochen fühle 🙂

Als ich dann verbal meine Hand hob, schrieb mich David Kost, so heißt der damalige Student, dann auch prompt am 08.07.2019 an und erklärte mir, was er vor hatte und ich schrieb auch etwas zu mir. Irgendwie entschied er sich dann für mich und wir besprachen, wie es weitergehen sollte.

Um was geht es hier?

David belegte den Masterstudiengang Journalismus an der Uni in Mainz und befand sich damals in der Vorbereitung für seine  Masterarbeit. Für den praktischen Teil der Masterarbeit, ein journalistisches Projekt zu dem Thema Analogfotografie, suchte er noch einen Fotografen, den er bei seiner Arbeit begleiten und filmen dürfte. Das Ganze würde dann in einer kurzen Reportage festgehalten werden und diente hauptsächlich dem Ziel, sein Studium erfolgreich abschließen zu können. Das Thema der Reportage sollte  sinngemäß die Frage beleuchten, ob analoge Fotografie in der heutigen Zeit überhaupt noch machbar ist.

Um es vorweg zu nehmen, David schloss natürlich mit dieser Masterarbeit sein Journalismus Studium erfolgreich ab. Er arbeitet heute als Journalist und vermutlich ist er genau dort, wo er sein wollte. Wenn ich heute so darüber nachdenke, dass ich mit meiner wirklich unwichtigen Freizeitbeschäftigung einem jungen Mann dabei helfen konnte, seinen beruflichen Weg relevant zu beschließen, freut mich das immer noch Riesig! Er hätte es natürlich auch ohne mich geschafft und es hätten sich natürlich noch hundert andere Fotografen vermutlich noch besser dazu geeignet. Aber ich bin nun mal ein kleiner Teil von dieser praktischen Masterarbeit und das macht mich schon irgendwie stolz. Mit seiner freundlichen Genehmigung schreibe ich nun darüber hier in meinem Blog und zeige auch sehr gerne das Video, das er mit seinem Team produziert hat.

Wie liefen die beiden Drehtage ab?

Nun war es soweit: wir trafen uns dann endlich persönlich im Hochsommer 2019 in der Frankfurter Innenstadt zu dem ersten von zwei Drehtagen. Die Idee hinter diesem ersten Drehtag war, dass wir durch die Stadt laufen, David mich beim Fotografieren filmt und mir als Abschluss in einem kurzen Interview einige Fragen stellt. Die Filmentwicklung würden wir dann an einem anderen Tag filmen.

An diesem ersten Drehtag war es brühend heiß und ich wusste ehrlich nicht, was mich erwarten würde. David kam vollausgestattet mit professioneller (Riesen-) Videokamera, beeindruckendem Leica Objektiv, einem stabilen Video Stativ und wirklich tollen Sennheiser Funkmikrofonen an. Ich hatte zwei Kameras und eine kleine Wasserflasche mit, aber es fehlte mir noch ein Film.

Daher war unsere erste Anlaufstelle auch das Fotofachgeschäft GM Foto in der Taunusstrasse, Nähe Hauptbahnhof. Ich habe mir damals einige Rollen Kodak TRI-X 400 für meine Kleinbildkamera, eine Zeiss Ikon ZM, gekauft. Für meine zweite Kamera die ich dabei hatte, die Mamiya 645 AFDii, eine Mittelformatkamera, hatte ich eine Rolle JCH Streetpan 400 Film mit.

Der zweite Drehtag fand einige Wochen später statt. Die beiden Filme die ich belichtet habe, mussten ja noch entwickelt und digitalisiert werden. Das haben wir im Fachlabor bei Charlie Engel in Mainz gemacht. David filmte alles, was wichtig war, um einen Eindruck davon zu vermitteln, was mit so einem analogen Film alles noch gemacht werden muss, bis man das fertige Foto sehen kann.

Fazit zum Video

Abgesehen von der kleinen Tatsache, dass David meinen Nachnamen im Video leider anders als gewohnt ausspricht – er nutzte die englische Aussprache des Buchstabens “u” – finde ich seine Arbeit wirklich sehr gelungen. Er greift das Thema praktisch auf und vermittelt knapp und bündig Fakten und gibt auch meine persönliche Meinung zu dem Thema schön wieder.

Meine ehrliche Hoffnung zu diesem Video ist, dass es motiviert und neugierig auf das Thema analoge Fotografie macht. In meinen Augen ist die Welt der analogen Fotografie so unglaublich wertvoll. Zumal in Anbetracht der Tatsache, dass es sich trotz einer erfreulichen Renaissance dennoch um ein absterbendes Medium handelt und immer nur eine kleine Nische bleiben wird. Um so wichtiger finde ich solche Arbeiten, die darauf aufmerksam machen.

die Fotos aus beiden Filmrollen

Und hier die Fotos aus den beiden Filmrollen. Den Kodak TRI-X 400 habe ich auf ISO 1600 belichtet und dementsprechend entwickeln lassen (Pushentwicklung N+2). Den JCH Streetpan 400 habe ich auf Boxspeed belichtet und dementsprechend normal entwickeln lassen. Nicht wundern, zwei Fotos mit der regnerischen Szenerie habe ich nicht an diesem ersten Drehtag, sondern einige Tage später aufgenommen. Da waren noch ein paar Frames unbelichtet auf der Mittelformat Filmrolle.

das Video

Und nun viel Spaß beim Anschauen des Videos. Wenn du magst, teil doch gerne diesen Artikel oder schreib mir auch deine Meinung dazu in die Kommentare oder auch gerne direkt über das Kontaktformular. Ich freue mich über jede Reaktion.

 

5 Kommentare

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Hallo Ivan, sehr cooler Film, da habt ihr eine tolle Arbeit zusammen geleistet. Ich habe Lust bekommen meine uralt Kameras wieder aus dem Keller auszugraben und analog zu fotografieren wie ich das die ersten 20 Jahre meiner Fotografie Laufbahn gemacht habe. Eigentlich bin ich ganz dankbar über die Leichtigkeit der digitalen Fotografie aber ihr stellt so schön die positive Seite des Analogen in dem Film heraus dass es wirklich alte Emotionen hoch bringt und Lust auf mehr macht, sehr gelungen!

Danke dir liebe Pia für deine Rückmeldung. Ich erinnere mich an die alte Leica Kamera in dem schönen Koffer, die du mir mal gezeigt hast. Das wäre doch ein guter Start 🙂
Du schreibst auch über die “Leichtigkeit der digitalen Fotografie” und genau das sollte Fotografie ja sein: leicht. Für mich ist es interessanterweise genau umgekehrt. Die analoge Fotografie hat so eine Leichtigkeit, die ich in der digitalen Fotografie bisher jedenfalls nicht finde. Wirklich spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind.
Aber falls du dann mal doch den Wiedereinstieg in die analoge Fotografie versuchst und Fragen hast, sag einfach Bescheid. Ansonsten freue ich mich immer über deine schönen Bilder, egal mit welcher Kamera sie aufgenommen wurden.

Lieber Ivan! Ein wirklich toller Bericht. Ich kann das gut nachvollziehen dass dir die analoge Fotografie geholfen hat dich im Leben wieder zu orientieren und auf die Beine zu kommen. Freut mich sehr das es dir besser geht. Dass das Einzelfoto mehr Wertigkeit hat und ein Unikat ist ist unbestritten. Das beneide ich schon. Ich bin auch ein Gegner der Bilder Flut. Mich macht es auch Krank durch Instagram zu scrollen. Die Wertigkeit meiner Bilder versuche ich zu erhöhen indem ich eine extrem hart bei der Auswahl bin. Und diese kleine Auswahl zeige ich dann in Ausstellungen. Das ist mein Instagram. Analog ist nichts für mich aber ich liebe es wenn ich Passion bei anderen Menschen in den Augen sehen kann. So wie bei dir hier Bleib gesund und bis bald mal auf einen Kaffee.
Gruß Ralf

Vielen lieben Dank Ralf für deine Worte. Ich freu mich immer Riesig über ehrliches Feedback und vor allem auch, wenn man meine Worte nachvollziehen kann. Denn die Antwort liegt ja nicht in der analogen Fotografie, sondern im Umgang mit dem Werkzeug, das zu einem passen muss. Da folgt die Passion automatisch.
Schön, wie du das mit deinen Bildern und den Ausstellungen beschreibst. Bis bald und auf den Kaffee freu ich mich jetzt schon.

Lieber Ivan,
wie immer freue ich mich sehr etwas von dir zu lesen und einen Eindruck in dein fotografisches tun und dem Menschen dahinter zu bekommen. Auch diesmal ist dir das gelungen auf unterhaltsame und persönliche Weise. Das Video finde ich besonders interessant. Mal von dem analogen Aspekt abgesehen, zeigt es auch dich als Street Fotografen. Die Szene bei der du an der Ecke wartest und “einfach” erstmal nur diese besonder Licht/Schatten Kombination siehts und dich dann total freust als endlich mal jemand kommt, und dein Foto im Kasten ist, hat mich echt schmunzeln lassen. Ich kenne und liebe diese Momente 🙂 Einfach super. Auch einige der Fotos gefallen mir richtig gut. Ich freue mich schon sehr, wenn man mal wieder zusammen los ziehen kann.
LG Stefan!

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