meine neue analoge Serie: #imperfect

Wenn ich alleine in ein Café gehe, setze ich mich meistens an ein Fenster, aus dem ich rausschauen kann. Oft beaobachte ich dann die vorbeigehenden Leute und frage mich, was wohl gerade in diesem Augenblick in ihren Köpfen vorgeht. Ob sie einen guten Tag hatten, wieso sie ausgerechnet das anhaben, was sie anhaben, ob sie heute nur eine Rolle spielen oder sie selbst sind, ob einer von diesen Menschen wohl auch noch analog fotografiert, wer von diesen Passanten sich wohl gerne von mir fotografieren  ließe oder auch ob sie vielleicht merken, dass ich sie beobachte. Gedanken halt, die vorbeifliegen. Kennt ihr, oder?! Naja, mir geht es manchmal so. Mehr oder weniger versinke ich in meinen Gedanken und nicht selten dreht es sich dabei irgendwie auch immer um die Fotografie. Vorausgesetzt ich trinke eine Tasse guten Kaffee… 😉

der Gedanke dazu
Ein Gedanke der mich auch in solchen Momenten schon seit einiger Zeit beschäftigt, dreht sich um das Thema authentische Portraits, natürlich auf analogem Filmmaterial. Authentizität, so wie ich es verstehe und so wie es auch in der Wortbedeutung wiedergegeben wird bedeutet Echtheit, im Sinne von „als Original befunden“. Nur was genau ist ein authentisches Portrait? Vermutlich ist es einfacher zu sagen, was es nicht ist. Es ist keine Fashion Fotografie, kein künstliches Posing, kein Über-Styling oder Rollenspiel. In meinen Augen, gerade weil ich auch analog fotografiere, ist es auch im nachinein nicht editierbar (mit Photoshop&Co). Ein einmaliger Moment, der nicht wiederkommt. Eben ein Original!

mein Wunsch
Mein Wunsch ist es, dass die Person die ich fotografiere, sich auf dem Foto auch als “Original” wiedererkennt. Ob mir das gelingen wird, kann ich noch gar nicht sagen. Aber es wird nun meine neue spannende fotografische Aufgabe sein, auf die ich mich riesig freue. Daher starte ich nun die Serie #imperfect

#imperfect kurz erklärt
Ich sage bewusst “Serie” und nicht “Projekt”, da ich im Moment noch gar nicht den Umfang kenne und ein Projekt im eigentlichen Sinne ein definiertes Ziel und zeitliches Ende beinhaltet. Und das Wortspiel “imperfect” als Hashtag finde ich insofern ziemlich cool, da beide Bedeutungen, nämlich “I’m perfect” und “imperfect” zutreffen können. Es kommt halt nur darauf an, wie die Person die ich fotografiere sich in dem Foto sieht.

Und “imperfect” kann sich auch mal auf das Fotoshooting oder eben auf den Fotografen selber beziehen, so wie bei meinem ersten Date. Ich hatte eine Rolle Kodak TMAX 400 und wir waren gerade mitten in der Foto Session, als plötzlich irgendwo in der Mitte des Filmes meine Kamera streikte. Es ging gar nichts mehr! Aus Panik und Angst um die bisher belichteten Bilder rollte ich den Film auf und nahm diesen heraus. Das war’s dann mit dem Abend! Erst am nächsten Tag kam ich darauf, dass ich die Knopfzellenbatterie meines Filmrückteils austauschen musste. Und dann funktioniert meine Mamiya auch wieder! Ich sag’s ja, wir sind doch alle irgendwo irgendwie perfekt unperfekt 🙄

das Ziel
Mein Wunsch ist es monatlich so eine #imperfect Session zu machen. D.h. es stehen für 2017 genau 12 Termine zur Verfügung. Eine Rolle Schwarzweiß Film (16 Bilder) und eine Person vor der Kamera. Daher werde ich auch regelmäßig auf der Suche nach Leuten sein, die Lust und Zeit hätten, mit mir zusammenzuarbeiten. Wenn du das jetzt liest und dir denkst, das ist nix für dich, weil du ja eh nicht fotogen bist und noch nie vor der Kamera warst, dann würde ich dich bitten, dich gerade deshalb zu bewerben. Schreib mich an. Du musst kein Model sein, nur ein Original! Und wenn du schon mal vor der Kamera warst und das auch regelmäßiger machst, freue ich mich umso mehr auf deine Nachricht.

Praktisches
Ein Wort noch zum praktischen Ablauf. Da dies ein nicht-kommerzielles Unternehmen ist und ich in Frankfurt am Main wohne, werden die Foto Sessions auch nur in Frankfurt/M. stattfinden. Der Weg nach Frankfurt sollte also kein Problem sein. Die Bilder werden auf Basis eines TfP Vertrages erstellt (Time for Prints) und es geht hier um Einzelporträts, keine Gruppenfotos. Das Geschlecht spielt auch keine Rolle, Männer sind auch herzlich willkommen. Aber ihr solltet schon mindestens 20 Jahre alt sein und vom Alter her gibt es nach oben hin keine Grenze. Und wenn wir uns nicht kennen und ihr euch für einen #imperfect Fototermin bewerben wollt, würde ich gerne wissen mit wem ich es zu tun habe. Ein paar Zeilen zu euch und wieso ihr euch dafür interessiert und vielleicht auch ein Foto, auf dem man euch erkennen kann würden mir die Entscheidung sehr vereinfachen. Bei weiteren Fragen schreibt mich gerne über mein Kontaktformular an.

#imperfect 11/16
Kommen wir zu meiner ersten kleinen Serie. Carina und Vanessa hatten eine Menge Geduld mit mir. Es war richtig toll, wie entspannt die beiden waren. Ein echtes Dream-Team! Und ich bin MEGA happy, dass wir trotz meines Kamera “Ausrutschers” dennoch wenigstens diese vier Bilder hinbekommen haben. Ein Kodak TMAX 400 auf ISO 1600 gedrückt, entwickelt und digitalisiert von DEM FilmLabor: MeinFilmLab.de

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