Ich hab wieder ‘ne Neue: Nikon FE

Darf ich vorstellen, meine Neue: die Nikon FE. Meine Schöne! Ich nenn sie die Schöne, weil sie so herrlich unkompliziert und eben wunderschön anzusehen ist. Sie ist auch nicht wirklich anspruchsvoll, wenn man sie liebevoll bedient. Sie besitzt alles an Funktionen, was man zum Fotografieren braucht und verzichtet auf jegliche Schnörkelei. Herrlich, oder?! Ich glaube so langsam muss ich mal eine eigene Galerie mit den dazugehörigen Artikeln für meinen analogen Fuhrpark hier online erstellen. 🙄

Jedes Mal wenn ich mir eine alte Kamera zulege, muss ich zwangsläufig auch mehr über die Entstehungsgeschichte in Erfahrung bringen. Ich liebe nun mal Geschichte. So hab ich dann auch zu der Nikon FE einiges herausfinden können. Heute geht es hier also um Geschichte :mrgreen:

_DSC0015Als Nikon 1977 die voll mechanische FM Serie herausbrachte, entstand auch die Nachfrage nach einer Nikon mit Zeitautomatik. Somit hatte es nur ein Jahr später die Nikon FE auf den Markt geschafft. Die FE ersetzte 1978 ihre Vorgänger Nikon EL-W und der Nikon EL2 und wurde bis 1983 produziert. 1983 wurde sie dann von der Nikon FE2 abgelöst. Ich weiß leider nicht wann in dieser nur sehr kurzen Produktionszeit von 1978 bis 1983 meine Nikon FE hergestellt wurde. Falls jemand weiß, wie man das herausfindet, wäre ich für jeden Hinweiß sehr dankbar. Die Seriennummer meiner Nikon FE lautet: 3448748.

Man nahm also die Mechanik der Nikon FM, kombinierte sie mit der Elektronik der Nikon EL2 und das Ergebnis nannte man schlicht Nikon FE. Daraus entstand natürlich die Nikon FE/FM-Familie 🙂 Das “M” in der “FM” Bezeichnung deutet übrigens auf “mechanisch” und das “E” in “FE”, wie sollte es auch anders sein, eben auf “elektronisch” hin. Damals war Nikon noch sehr logisch an die Namensgebung der Kameras rangegangen, was man bei den heutigen DSLR Kamera Bezeichnungen nicht wirklich behaupten kann.

Die Nikon FE ist mit einem elektronischen Verschluss verbaut worden, der damals übrigens extern eingekauft wurde. Damit sind Belichtungszeiten von 1/1000s bis 8 Sekunden möglich. Natürlich ist wie bei fast allen solchen Kameramodellen auch das Fotogtrafieren mit leerer Batterie noch möglich. Bei 1/90s arbeitet der Verschluss rein mechanisch.

Bei der Belichtungsanzeige im Sucher hat man auf die Anzeige der Nikkormat EL zurückgegriffen. Die Nadelanzeige der Nikon FE wurde jedoch durch die zusätzliche Position “M” für die mechanischen1/90s ergänzt. Wenn bei zu geringer Batterieleistung die Kamera ausgelöst wird, klappt nur der Spiegel hoch. Diesen kann man nur durch Verstellen des Zeitenrades auf 1/90s wieder in die Ausgangsposition bringen.

Nikon_FE_TransporthebelEin weiteres kleines, aber sehr feines Detail ist die bei der Nikon FE ist die Sperre des Auslösers. Diese “versteckt” sich nämlich in der Funktion des Transporthebels. Als ich gestern die Kamera das erste mal in den Händen hielt und mich darüber ärgerte, dass diese entgegen der ebay Beschreibung wohl doch defekt zu sein schien, da die Kamera beim Betätigen des Auslösers nicht auslöste, habe ich ewig gebraucht bis ich endlich aufatmen konnte. 🙄 Alles ist gut, meine Neue löst doch aus. Der Transporthebel sperrt nämlich in der ersten Stellung am Gehäuse direkt den Auslöser. Und erst wenn man den Transporthebel leicht nach außen drückt, so als wollte man den Film weiter spulen, rastet er in der zweiten Stellung wieder ein, man sieht einen roten Punkt und der Auslöser kann genau das tun, wofür er produziert wurde: er darf nun auslösen! (Darauf muss man erst mal kommen…). Oben auf dem Foto sieht man übrigens was ich meine.

Im Groben war’s das mit der Nikon FE. Bilder aus der Kamera folgen noch. Und hier noch einer der Gründe, wieso ich die analogen Kameras so sehr liebe: das einmalige Geräusch beim Betätigen des Auslösers und des Transporthebels, um den Film weiter zu spulen! Jede analoge Kamera hat da ihre eigene Charakteristik und bisher ist mir persönlich jedenfalls so ein elegantes Auslösegeräusch bei keiner einzigen digitalen Kamera untergekommen. Bitte den Ton einschalten, zurücklehnen und die nächsten 14 Sekunden einfach genießen 🙂

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eine verdammt schöne Kamera hast Du dir da geholt. Ich habe ja auch noch meine F601im Schrank, die Funktioniert nach 20 Jahren immer noch, vielleicht sollte ich auch mal wieder einen Film reinpacken …

    • Jaaaa! Mach das Frank! Du wirst es nicht bereuen. Analoge Fotografie ist der beste Weg, sein Auge zu trainieren und das kommt ja auch der digitalen Fotografie gut. Die F-601 ist ‘ne klasse Kamera. Ich hab meine F-801s, die ich mir 1992 gekauft habe auch immer noch. Hab übrigens neulich die Rechnung dazu wiedergefunden und war erstaunt, was sie mir damals wert war 🙂 Wenn man bedenkt, dass man die F-801s für unter 100,- EUR heutzutage auf Ebay ergattern kann, ist dieser Preisverfall erschreckend. Man stelle sich mal vor, die Nikon D600 wird in 20 Jahre für 50,- auf Ebay vertickert 🙄

  2. Hi Ivan, eine wunderschöne Kamera.
    Die Nikons sind mir noch nicht über den Weg gelaufen, aber irgendwann kommt auch so eine zu mir.

    Wie du liebe ich sie auch alle, die alten tollen Kameras, Handschmeichler und Geschichtenerzähler… auch liebe ich die individuellen tollen Auslösegeräusche dieser alten Schätzchen.

    Viel Spaß mit deiner neuen.

    Viele Grüße Jürgen

  3. hi Ivan, dein Artikel trifft es auf den Punkt. Gestern lachte mich eine alte Nikon auf einem Flohmarkt an. Das Angebot war gut, und eigentllich wollte ich nur die alten Serie E Objektive aus dem Set haben. Eine Stunde später mit neuer Batterie und einem Kodak 400CN Film eingelegt, dann die ersten Bilder… Jetzt heisst es warten bis der Film voll ist.
    Wo lässt du die Bilder entwickeln? Lohnt sich auch gleich eine CD? Welche Filme SW oder Farbe kannst du empfehlen? Gruss Frank

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