Equipment Downgrade – because I can!

Vorletzte Woche ist es passiert: ich habe meine geliebte Fuji S5 Pro verkauft. Das gute Stück hat mich nun mehr als drei Jahre lang treu begleitet und ich hatte sehr viel Freude mit ihr. Der automatische Weissabgleich und die Farbtreue waren einfach bombastisch. Die Haptik und vor allem der Dynamikumfang haben ihresgleichen gesucht. Und auch wenn sie die RAW Dateien unkomprimiert gespeichert hat und trotz der manchmal suboptimalen Schärfewiedergabe aufgrund des Anti-Aliasing-Filters vor dem Sensor habe ich sie geliebt. Ich werde Sie aber dennoch nicht vermissen.

Warum also habe ich sie verkauft? Sie wurde überflüssig. Die Fussballturniere die ich mit ihr fotografierte brachten sie an ihre Grenzen. Die AF und Serienbild Geschwindigkeit sind nicht gerade der Reißer. Und für die wichtigen Dinge des Lebens habe ich noch meine analogen Schätze. Und da der aktuelle Gebrauchtpreis der S5 meinen damaligen Kaufpreis fast 1:1 hergab, musste ich schnell handeln.

Und nun? Ich denke ich werde nun bis Ende des Jahres schauen, wie sich der Gebrauchtmarkt bei den Nikon Bodies nach der Photokina entwickelt. Aktuell fallen die Preise fast täglich, wenn man die einschlägigen Foren beobachtet (Ebay mal außen vor gelassen). Eine D700 oder D3 wäre ganz nett und würde die Zwecke erfüllen, die ich so bräuchte. Und vielleicht wird ja auch die sagenumwobene D600 auch greifbar.  Mal sehn… Mein Downgrade ist also nur vorübergehend und in Wahrheit eigentlich auch kein echter downgrade 🙂

Gedanken! In diesem Zuge habe ich auch lange darüber nachgedacht und mich dabei immer wieder gefragt, welche Kamera ich wirklich brauche. Und vor allem auch, was würde ich jetzt tun, wenn ich eben erst mit der Fotografie anfangen würde? Ich bekomme immer wieder solche Fragen gestellt, welche Kamera am Anfang gekauft werden soll. Und immer wieder komme ich zu dem Schluß, dass die Kamera gar nicht so entscheidend ist. Ob ich nun mit ‘ner Einstiegs DSLR (Was auch immer das heißen mag) oder einem Handy beginnen möchte, wichtig ist das Ergebnis und welches Genre ich mag. Martin Gommel hat neulich in einem Blogpost im  KWERFELDEIN Magazin das Thema extrem genial zusammengefasst.

Mein persönlicher Tipp für alle Neueinsteiger: macht es einfach und günstig.

Ich selber würde mir keine DSLR am Anfang kaufen. Ich würde erst mal 12 Monate lang mit günstigem Equipment täglich mindesten ein Foto produzieren und so nach und nach Erfahrungen sammeln. Nach den 12 Monaten und einigen 100, wenn nicht sogar 1000 Fotos weiß man entweder ganz genau, welches Foto Genre man liebt und kann danach das Foto Equipment gezielt einkaufen. Oder vielleicht kommt man auch zum Schluß,  dass die Fotografie doch nicht so das Wahre ist und ist froh, kein teures Geld investiert zu haben. Ich möchte nicht wissen, wie viele Anfänger sich enthusiastisch teure Spiegelreflex Kameras gekauft haben, die jetzt aufgrund von fehlender Leidenschaft in der Ecke rumliegen. Seit ich mit dem iPhone meinen Instagram Stream fülle, bin ich fest davon überzeugt, dass das Equipment nicht der wesentliche Faktor in der Fotografie ist. Die Kamera ist doch nur ein Werkzeug.

Eine Kompakt Kamera oder das iPhone/Android Handy + ein Sparbuch mit monatlichen Sparbetrag reichen für den Anfang vollkommen aus. 12 Monate später hat man nicht nur mehr Geld als vor einem Jahr, man ist auch schlauer was die eigenen Fotografie Vorlieben angeht.

Warum also überstürzt handeln? Alles zu seiner Zeit… 🙂

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich kenne auch nicht weniger als 3 Personen, die meinten, sie müssten sich unbedingt eine DSLR kaufen. Die liegt jetzt die meiste Zeit in der Ecke und verstaubt. Schade, denn wie Du schon schreibst, eine vernünftige und vor allem günstige Kamera ist das beste Mittel, um für sich selbst herauszufinden, ob das Hobby Fotografie etwas ist oder nicht.
    Die Kamera ist definitiv nur ein Werkzeug, das Bild muss der Fotograf wahrnehmen. Eine teurere Kamera mit entsprechender Optik bietet allerdings in gewissen Bereichen einen größeren kreativen Freiraum, den man jedoch meiner Erfahrung nach als Anfänger nur selten oder gar nicht nutzt.

    • Ja, ich kenn auch so einige Spezies, die mit den ersten Ausgaben für ihr Foto Zeugs fast schon ein Auto kaufen könnten. Und einer hat sich damals sogar die D3 und die drei großen Zoomobjektiv Flaggschiffe von Nikon, das 14-24, 24-70 und das 70-200 f/2,8 gekauft und nutzt es mittlerweile nur noch als Knips Ersatz, wenn überhaupt. Und seit dem weiß ich auch, dass man mit teurem Equipment ebenso schlechte Fotos machen kann…

      Es ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Der Fotograf macht zwar das Foto, aber je besser das Equipment, desto einfacher _kann_ es für den Fotografen sein. Daher ist es umso wichtiger ganz am Anfang so wenig wie möglich auszugeben. Teuer genug wird es ohnehin später werden, wenn man weiß in welche Richtung man gehen möchte 🙂

  2. Endlich haste dich mal von der Kamera gelöst und ich hoffe, dass du dich mal wieder im Canon Lager (das ist die Firma, die die besten Kameras der Welt baut) sehen läßt.

    Daher drücke ich dir die Daumen für die richtige Entscheidung.

    Ich könnte ohne meine DSLR Kamera garnicht mehr sein. Die schönsten Momente hatte ich unter anderem mit meiner Canon 400D und jetzt mit der Canon 7D. Freundschaften wurden geschlossen, Fototouren unternommen und Erinnerungen geschaffen. Neben meiner Frau und meinem Sohn die zweit-beste Wahl die ich meinem Leben getroffen hatte.

    Micha

    • Mal abgesehen von den üblichen Lagerdiskussionen, ob nun Canon oder nikon, wenn ich ehrlich bin wäre ich noch nicht mal abgeneigt. Eine Canon 5D Mark II mit den entsprechenden Linsen wäre auch ein Traum. Da denk ich im Moment ernsthaft drüber nach. Oder vielleicht mal was ganz neues. Die neue Fujifilm X-Pro1 zum Beispiel klingt EXTREM interessant. Lies dir mal Martin Hülle’s Erfahrungsbericht durch: http://www.martin-huelle.de/blog/?p=3822 Solche Erzählungen machen mich neugierig. Wenn da der Vergleich zur D700 in Sachen Abbildungsleistung, ISO Leistung und Schärfe schon so ausfällt, trotz APS-C Sensorformat, dann könnte das was sein. Und der Retro Look gefällt mir ohnehin sehr gut. Mal sehn…

      Ob nun Nikon, Canon oder was auch immer, die Kamera ist und bleibt nur ein Werkzeug. Der ganze Technikfetischismus nervt mich schon seit langer Zeit. Da hast du mit deiner Aussage vollkommen recht: endlich hab ich mich mal von der Kamera gelöst 😉

      Und apropos Fototouren: ich hab bis Ende Juli Urlaub :mrgreen: Mail doch mal…

  3. Den Beitrag von Martin über die Fujifilm X-Pro1 kenne ich bereits und selbst mir lief da das Wasser im Mund zusammen. Wäre sicherlich was als Kamera für nebenbei.

    Mit Canon und Nikon will ich dich nur aufziehen. Mir ist es ehrlich gesagt auch schnuppe wer mit was fotografiert, dass Ergebnis muss stimmen.

    Ich hätte nächste Woche Mo – Do Zeit für eine Tour 😉 Können uns ja nochmal kurz schliessen. Meine Nummer haste ja 😀

    Micha

  4. Pingback: Nikon D600 RAW Entwicklung und Adobe’s Lightroom 3 und Elements 10 | BlogNotiz.De

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