Bühne frei für alle Fotografie Blogger

3d stage with lights.illustration.

Michael Omori Kirchner fordert dieses Jahr wieder seine Leser auf, sich und ihren Fotografie Blog vorzustellen. Vor zwei Jahren hat er diese Aktion das erste mal durchgeführt. Da kamen sage und schreibe 100 Fotografie-Blogs zusammen. Damals nahm ich mit diesem Artikel an dieser Aktion teil. Letztes Jahr konnte Michael mit seiner Aktion genau 70 sehenswerte Blogs zusammenbringen. Allesamt interessant und lesenswert! Und auch in diesem Jahr fragt Michael seine Leser: “Möchtest Du Deinen Blog vorstellen?

Ich finde diese Aktion sehr schön, weil man immer wieder neue Ansichten zu alten bekannten Themen in der Fotografie entdeckt. Und dieses Mal mache ich auch wieder mit. Hier nun meine Anworten auf Michaels Fragen:

  • Ich blogge, weil ich sonst in Internet Foren und/oder auf Social Media Plattformen nicht sooo ausführlich über das berichte, was ich so mache. Außerdem schreibe ich sehr gerne. Und ich denke immer noch, dass ein eigener Blog die persönlichste Form ist, etwas in schriftlicher Form zu vermitteln. Ich glaube auch, dass jeder, der sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, etwas zu sagen hat. Und dass man von jedem auch etwas lernen kann, wenn man will. Zu dem liebe ich einfach WordPress und um ehrlich zu sein, beschäftige ich mich sehr gerne im Hintergrund mit dem ganzen “Web” Kram. Irgendwo im Inneren bin ich dann doch noch so ein kleiner Nerd, auch wenn ich versuche das mit fotografischer Kreativität zu überspielen 😉
  • Meine Fotos zeichnen sich aus durch…. Hmn…. vermutlich Vielfalt. Das ist wirklich eine sehr gute und spannende Frage. Ich habe lange überlegt, was ich wohl darauf antworten soll. Ich meine, ich bin Freizeit Fotograf und verfolge wohl ganz bewusst nicht eine einzige Stilrichtung. Ich fotografiere gerne Portraits, Landschaften, Szenen auf der Strasse, Großstädte, Stilleben. Das mache ich sowohl analog, als auch digital. Wenn ich mir meinen flickr Stream so anschaue, sehe ich selber nicht wirklich einen roten Faden darin. Aber ich kann ganz gut damit leben, weil ich das alles so unglaublich interessant finde. Ich liebe zudem Instagram und fotografiere mit meinem Handy oft ganz banale Sachen. Hätte ich ein eigenes Foto Business, würde das ganze wohl anders aussehen. Vermutlich wäre dann die Portrait Fotografie mein Schwerpunkt und wahrscheinlich würden sich dann meine Fotos durch einfache Natürlichkeit auszeichnen.
  • Den größten Schritt in meiner fotografischen Entwicklung habe ich durch die analoge Fotografie gemacht. Einfach weil ich gezwungen bin, mehr Zeit darin zu investieren. Daher mache ich mir automatisch auch mehr Gedanken zu allen Details. Ich hasse ja dieses Unwort, das man oft im Zusammenhang mit der analogen Fotografie verwendet  (“Entschleunigung”), aber im Kern trifft es genau das, was ich meine. Es mag sich wie ein Klischee anhören, aber ich habe tatsächlich durch meine alte Nikon F301 oder die F3 die größten Schritte in der Fotografie erlebt. Komplizierte Dinge machen mich verrückt. Das Menu meiner großen Nikon D3s und ihre vielen Bedienelemente sind mir manchmal einfach zu viel. Ich konzentriere mich nur auf das, was ich brauche und benutze dann konsequent auch nur diesen kleinen Bereich. Den Rest ignoriere ich einfach. Daher empfinde ich meine analogen Schätze auch als so unglaublich wertvoller als die digitalen “Weiterentwicklungen”. Meine alte Pentax 67 hat z.B. noch nicht einmal einen eingebauten Belichtungsmesser. Das klingt nicht wikrlich wie ein Vorteil, aber wenn man sich mal dafür die Zeit nimmt und sich am Ende die Ergebnisse anschaut, lernt man schnell den Mehrwert der analogen Fotografie zu schätzen.
  • Meine fotografischen Fähigkeiten möchte ich vor allem im Bereich der Street Fotografie weiter voranbringen. Street? Echt jetzt?! Ja, ich denke nicht alleine der Street Fotos wegen, sondern was ich mit diesem “Tool” an Fertigkeiten dazugewinnen kann. Vor einigen Wochen im Workshop mit dem Thomas Leuthard  wurde mir schnell klar, dass ich in diesem Genre der Fotografie mein Auge für die Bildgestaltung sehr effektiv schulen kann. Nicht dass dies in anderen Bereichen nicht möglich wäre. Ich glaube aber, da die Street Fotografie im deutschsprachigen Raum im Moment gerade eine Art Boom erlebt und sich auch in Frankfurt dazu Gruppierungen bilden, ist der Austausch mit anderen Fotografen und auch die Möglichkeit gezielt Feedback zu eigenen Fotos zu erhalten wesentlich naheliegender und einfacher. Es gibt noch viel mehr Gründe dafür. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich mit Sicherheit mehr dazu in meinem Blog schreiben.
  • Dieses fotografische Projekt werde ich im Jahr 2016 umsetzen: nur zwei Dinge werde ich in 2016 verfolgen. Einmal wie eben erwähnt tiefer in die Street Fotografie eintauchen und mein etwas eingestaubtes Vorhaben Natürlich, analog und digital! in abgewandelter Form wieder aufleben lassen. Mehr Infos dazu folgen bald!

Ivan Slunjski

 

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12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Ivan,
    Schöne Gedanken und Ansichten, besonders zu den Beweggründen für die Bloggerei und auch die Reduzierung und Vereinfachung bei der analogen Fotografie ist etwas, dass ich so einfach nur unterstreichen kann.

    Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr und bin gespannt, was da noch alles kommen mag.
    Viele Grüße Jürgen

  2. Hallo Ivan,
    ich bin ja auch so ein Zurückkehrer zur “echten” Fotographie auf Film. Da kann ich Deine Gedanken und Gefühle nachvollziehen.
    Wobei ich sagen muss: ich finde einfach, Bilder auf Film sehen geil aus! Dort erhalte ich eine Bild- und Farbqualität, die ich digital nur mit sehr viel Aufwand simulieren kann.

    Streetfotographie reizt mich nun ziemlich wenig. Das hängt mit der rechtlichen Situation zusammen und damit, dass ich es sehr schwer empfinde, aussagekräftige Fotos zu produzieren. Hier und da gelingt mal eines, was meinen Ansprüchen genügt, aber der Ausschuss ist extrem hoch. Und das scheint bei allen Streetfotographen so zu sein. Da steckt mir zu viel Frustpotential dahinter.

    Vorsätze meinerseits? Letztes Jahr hatte ich mir vorgenommen, mehr Dia und schwarz-weiss zu fotographieren. Das hat geklappt und da würde ich gerne noch weiter dran arbeiten. Die Panchromatischen Filme haben es mir zur Zeit angetan und ich möchte meinen nächsten Frankfurt-Aufenthalt benutzen, Frankfurt auf Panchromatischem Film festzuhalten. Und ich möchte gerne ein bisschen mehr Eventfotographie betreiben.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Vorsätzen und allzeit gut Licht 🙂

    • Frankfurt auf Panchromatischem Film klingt ja richtig gut. Sag Bescheid, wenn du hier bist. Evtl. erlaubt es ja meine Zeit einen Fotowalk mitzumachen. Dias habe ich bisher meistens gemieden, wenn ich ehrlich bin. Vermutlich weil ich nie so genau belichte, wie es die Dias gerne hätten. Wie sind da deine Erfahrungen im Bezug auf Genauigkeit?

  3. Klar – mache ich gern!
    Du belichtest gerne 2 bis 3 Blenden über, kann das sein? Weil das vergibt Dia dann schon weniger als Negativ. Ich finde, Dia ist nicht ungnädig und +/- 1 Blende liegen bei dem Provia (oder Agfa – ist zur Zeit das Gleiche), den ich meistens verwende, drin. Es kommt halt auf das Ergebnis an, das Du erwartest.

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